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Veröffentlicht am 21.09.2026

Tag des Friedhofs: Neue Tafel informiert zum historischen Friedhof Zella St. Blasii

Anlässlich des Tages des Friedhofs wurde am Samstag, 19. September, auf dem historischen Friedhof Zella St. Blasii in Zella-Mehlis eine Informationstafel eingeweiht. Diese gibt einen kurzen geschichtlichen Überblick über den einstigen Friedhof sowie über Gräber, Grabmale und Gedenksteine von bedeutenden Zella-Mehliser Persönlichkeiten. „Mit dieser Tafel machen wir die Geschichte des Friedhofs von Zella St. Blasii sichtbar und halten diese für nachfolgende Generationen lebendig. Wir erinnern an die Menschen, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Gleichzeitig wird ein Stück der Vergangenheit unserer Heimatstadt für jedermann zugänglich“, sagte Torsten Widder anlässlich der Enthüllung und bedankte sich bei Sandy Werner, die als Leiterin des Stadtarchivs das Projekt begleitet und gemeinsam mit einer Projektgruppe mit Vertretern des Fördervereins Stadtarchiv sowie des Stadtrats maßgeblich umgesetzt hat.

Der historische Friedhof von Zella St. Blasii wurde erstmals 1665 als eine „Gottesackerkirche vor den Toren von Zella“ erwähnt. Diese wurde 1849 wegen Baufälligkeit abgerissen und auf den Fundamenten 50 Jahre später ein neues Leichenhaus gebaut. Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Waldfriedhof entstand, wurde der Friedhof von Zella St. Blasii 1951 geschlossen, wobei vertragliche gesicherte Familiengräber und Urnenbeisetzungen unter bestimmten Auflagen temporär möglich waren. 1969 wurde der alte Zellaer Friedhof entwidmet und in den 1970er Jahren stark umgestaltet. Im Gegensatz zur Ortslage Mehlis blieben einige historische Gräber und Mahnmale erhalten. Heute steht die idyllische Parkanlage mit ihren historischen Gräbern, Grabmalen und Gedenksteinen unter Denkmalschutz, der Baumbestand größtenteils unter Naturschutz.

Die Denkmale, Einzel- und Familiengrabmale zeugen nicht nur von der Ortsgeschichte, sondern sind auch kunsthandwerklich bedeutsam. Zu den beeindruckenden Zeugnissen der Geschichte gehören beispielsweise der 1889 enthüllte Gedenkstein für die Opfer während der Baus des Brandleitetunnels, das sowjetische Ehrenmal für die gefallenen Soldaten und verstorbenen Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges sowie auch die Grabstätte Heinrich Ehrhardts, die Familiengrabstätte des Großhandelsunternehmers Johann Georg Reißmann und das Grabmal des Oberpfarrers und Ortschronisten Theobald Buddeus.

Anlässlich der Einweihung der Info-Tafel hat die Stadt Zella-Mehlis einen Flyer mit dem Titel „Die Friedhöfe in Zella-Mehlis, Benshausen und Ebertshausen – Ein Streifzug durch die Geschichte“ herausgegeben, der ab sofort im Rathaus und den Einrichtungen der Stadt erhältlich ist. Auf acht Seiten sind die aktuellen und historischen Friedhöfe übersichtlich und mit ihrer jeweiligen Geschichte und Charakteristik dargestellt. Ebenso aufgenommen wurden die kirchlichen Friedhöfe im Ortsteil Benshausen mit Ebertshausen. Mittels eines QR-Codes werden die Nutzer auf das Geoportal der Stadt Zella-Mehlis verwiesen, welches Geschichte digital erlebbar macht.

Der bundesweite Tag des Friedhofs findet immer am dritten Septemberwochenende statt und wird in vielen Städten von Aktionen wie geführten Friedhofsrundgängen, Diskussionen zu friedhofsrelevanten Themen, Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen begleitet. Der Tag soll die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, als Ort der Trauer sowie auch als Erholungsraum darstellen und die Themen Tod und Trauer enttabuisieren. In Zella-Mehlis wurde der Tag des Friedhofs in den vergangenen Jahren oftmals begleitet durch den Tag des Waldfriedhofs. Ins Leben gerufen wurde der Tag vom Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau im Jahr 2011, als Träger fungiert der Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur. 2026 und 2027 lautet das Motto „Friedhofe: Oasen der Natur – Pflege der Seele“.

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