Cafe Otto: Nach der Ausbildung raus in die Welt und dann wieder zurück
Ein Ausbildungsabschluss, der gleichzeitig einen Schritt in die Zukunft des Familienunternehmens bedeutet, hat heute Seltenheitswert. Familie Otto weiß das und schätzt, dass Luca Marvin Otto wie schon Generationen vor ihm den Beruf des Konditors gelernt hat. Seine zweijährige Ausbildung hat der junge Mann nicht nur erfolgreich abgeschlossen. Er wurde auch als Bester der Konditorenlehrlinge in Thüringen ausgezeichnet. Für Bürgermeister Torsten Widder war das Anlass, um persönlich Glückwünsche zu überbringen.
„Dass Du in die Fußstapfen trittst, ist für deinen Vater und Chef wichtig. Ebenso dass du die über 100-jährige Geschichte des Familienbetriebs weiterführst“, sagte Torsten Widder und hob hervor, dass sich die Familie Otto immer aktiv in die Stadtgesellschaft einbringt.
Familie Otto weiß um die handwerklichen Fähigkeiten, die für einen Konditor so wichtig sind. Im Cafe Otto wird die Brandmasse noch von Hand abgeröstet. Der Mohn wird noch nach dem Rezept vom Uropa von Hand gemahlen und selbst gekocht. Für Michael Otto ist es wichtig, dass dieses Handwerk an die nächste Generation weitergegeben wird. Dafür steht sein Geschäft. Damit hebt sich der Betrieb von der Massenware ab. Längst hat sich das Cafe Otto einen Namen über die Stadtgrenzen hinaus gemacht. Zella-Mehliser, Urlauber, Stammkunden aus Erfurt, Jena und Würzburg kommen regelmäßig vorbei.
Die Anforderungen an den Familienbetrieb mit zwölf Mitarbeitern sind hoch. „Wir müssen alle zusammenhalten“, sagt Michael Otto, der es verstanden hätte, wenn sein Sohn einen anderen beruflichen Weg einschlägt. Denn anfänglich wollte Luca Marvin eine Ausbildung bei der Polizei anstreben. „Dann habe ich immer mal mitgeholfen und es hat Spaß gemacht“, verrät er. Nach dem Abitur ging es zwei Jahre in die Ausbildung. Er schätzt die kreative und filigrane Arbeit eines Konditors, die so vielschichtig ist und von Eis über Pralinen bis Torte reicht. Der Baumkuchen sei das Königsprodukt eines Konditors. In Kürze beginnt die Produktion dieser Leckerei, die vor allem in der Herbst- und Weihnachtszeit so beliebt ist.
Für Luca Marvin Otto indes steht nach der Ausbildung fest, dass es jetzt an der Zeit ist, andere Luft zu schnuppern. Vielleicht auf einem Kreuzfahrtschiff oder in einem Hotel. Und so wünscht Bürgermeister Torsten Widder dem jungen Konditor nicht nur viel Erfolg, sondern verbindet damit auch den Wunsch, dass Luca Marvin Otto später wieder zurückkehrt in seine Heimatstadt.