Vortrag in der Bibo: Dr. Kai Lehmann spricht über Hexenverfolgung
„Hexen vor Gericht: Krisen, Angst und Massenmedien vor 1800“, heißt es am kommenden Mittwoch, 20. Oktober um 19 Uhr in der Stadt- und Kreisbibliothek im Rathaus. Zu Gast ist Dr. Kai Lehmann, der unter diesem Titel über die Hexenverfolgung sprechen wird.
Dr. Kai Lehmann hat über mehrere Jahre eine private Datenbank aufgebaut, die mehrere tausend Orte umfasst. Aus diesem „statistischen“ Fundus entsteht ein breites, faszinierendes Sittenbild der Alltagsgeschichte der Frühen Neuzeit.
Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert fegte ein Tsunami der Hexenverfolgung über das christliche Europa und insbesondere über Deutschland. Die Gründe für die gegenüber dem Mittelalter deutlich verstärkte massenhafte Verfolgung in einigen Regionen sind vielfältig. So gab es zu Beginn der Neuzeit eine Vielzahl an Krisen wie die Kleine Eiszeit, pandemische Seuchen und verheerende Kriege. Aber auch die hohe Kindersterblichkeit oder Viehseuchen, häusliche Gewalt sowie Erb- und Nachbarschaftsstreitigkeiten waren ein Treiber für den „Hexenwahn“. Insgesamt wurden in Europa im Zuge der Hexenverfolgung geschätzt 40.000 bis 60.000 Personen wegen Hexerei hingerichtet. Fünf von sechs Opfern waren Frauen.
Der Eintritt kostet 8 Euro. Karten sind im Vorverkauf in der Stadt- und Kreisbibliothek Zella-Mehlis und der Bücherstube Hummel erhältlich.