Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule: Konzeptgruppe schließt Arbeit ab und reicht Schulkonzept beim Bildungsministerium ein
Auf dem Weg zu einem grundlegend neuen Konzept für die Schulstandorte in der Stadt Zella-Mehlis hat die Konzeptgruppe einen wichtigen Schritt abgeschlossen. Nachdem in den vergangenen Monaten gemeinsam intensiv und konstruktiv an dem zukünftigen Schulkonzept für eine Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS), die von Klasse 1 bis 12 reicht, gearbeitet wurde, sind die Planungen nun beendet. Das gemeinsam erarbeitete Schulkonzept ist vollständig erstellt. Damit ist ein wichtiger Grundstein gelegt, gleichwohl bedeutet dieser auch, dass weitere wichtige Arbeitsschritte noch folgen müssen. Dazu gehört beispielsweise ein Kreistagsbeschluss über die Gründung einer TGS in Zella-Mehlis. Eine entsprechende Beschlussvorlage ist für die Kreistagssitzung Ende Februar vorgesehen.
Der Konzeptgruppe, in der Vertreter aller Schulen in Zella-Mehlis sowie des Schulamtes Südthüringen und der Stadt Zella-Mehlis sowie punktuell des Schulträgers in den vergangenen Monaten arbeiteten, ist es gelungen, die Zella-Mehliser Schulen für die kommenden Jahrzehnte neu auszurichten. „Wir haben eine zukunftsfähige Entscheidung getroffen und gemeinsam daran gearbeitet, eine qualitativ hochwertige Bildungslandschaft für die Stadt Zella-Mehlis und den Landkreis Schmalkalden-Meiningen zu entwerfen. Unser Dank geht ausdrücklich an alle, die in der Konzeptgruppe ihre Ideen und Erfahrungen eingebracht haben“, erklärt Bürgermeister Torsten Widder gemeinsam mit Michael Kaufmann, Leiter des Schulamts Südthüringen, und Landrätin Peggy Greiser.
Die Entwicklung einer Thüringer Gemeinschaftsschule mit den Klassen 1 bis 12 für die Stadt Zella-Mehlis hatten das Schulamt, der Landkreis Schmalkalden-Meiningen als Schulträger, und die Stadt Zella-Mehlis als Schulsitzgemeinde angestoßen und begleitet. Notwendig geworden war dies nachdem im Frühjahr 2025 bekannt geworden war, dass es keine Jahrgangsstufe 11 am Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium geben werde und das Kooperationsmodell mit dem Suhler Friedrich-König-Gymnasium nicht die erhoffte langfristige Lösung bringen würde.
Die Thüringer Gemeinschaftsschule in Zella-Mehlis soll zum Schuljahr 2026/2027 an den Start gehen und wird Schülern ermöglichen, perspektivisch alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse einschließlich des Abiturs zu erwerben. An den verschiedenen Schulstandorten lernen Schülerinnen und Schüler gemeinsam und jahrgangsübergreifend. Die Konzeptgruppe hat dafür zusammen mit den Regionalberatern der Thüringer Gemeinschaftsschulen und den Referenten des Schulamtes Südthüringen alle inhaltlichen Schwerpunkte erarbeitet und festgelegt.
Die Eltern der zukünftigen Schulanfänger, die im August 2026 eingeschult werden, sowie die Eltern der Schüler, die von der Grundschule an eine weiterführende Schule übertreten, werden derzeit in umfangreichen Informationsveranstaltungen über die zukünftig neue Schulform in Zella-Mehlis informiert.
So erfolgt bis zur Klassenstufe 6 der Unterricht im Klassenverband bei einheitlichem Lehrplan. Je nach Entwicklung lernen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 in allen Fächern auf drei Anspruchsebenen (Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialniveau). Die Wahl des angestrebten Schulabschlusses erfolgt erst mit dem Halbjahreszeugnis beziehungsweise zum Ende der 8. Klasse. Auch nach Klasse 10 kann bei entsprechender Leistung der Übergang in die gymnasiale Oberstufe erfolgen – und das ohne Schulwechsel.
Diese Regelungen gelten ab Schuljahr 2026/2027 zunächst für die Klassenstufen 1 bis 5. In einer Übergangsphase – beginnend mit dem Schuljahr 2026/2027 – werden die jetzigen Klassenstufen 5 bis 9 der Regelschule „Martin Luther“ und des Heinrich-Ehrhardt-Gymnasiums in den Klassenstufen 6 bis 10 nach den Regelungen der Schularten Regelschule beziehungsweise Gymnasium fortgeführt. Die TGS sichert für diese Schülerinnen und Schüler den Erwerb des Hauptschulabschlusses, des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses und Realschulabschlusses sowie die Teilnahme an der Besonderen Leistungsfeststellung für den Bildungsgang Gymnasium.
Neben dem Grundprinzip der Differenzierung, das ein längeres gemeinsames Lernen auf unterschiedlichen Niveaus möglich macht, sind in dem Konzept für die Thüringer Gemeinschaftsschule in Zella-Mehlis auch die Schulstandorte festgelegt und beschrieben.
Demnach sollen an der Schillerschule zum Schuljahresbeginn 2026/2027 Erstklässler aufgenommen werden. Weiterhin werden die Grundschule „Martin Luther“ und die Grundschule Benshausen ebenfalls künftige Schulanfänger aufnehmen, wobei Räume der Regelschule „Lutherschule“ hierfür ebenso vorgesehen sind, da Schülerinnen und Schüler bis Klassenstufe 6 gemeinsam lernen. Die weiterführenden Klassen 7 bis 10 sowie die zukünftige gymnasiale Oberstufe finden ihre Lernstätte am heutigen Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium.
„Die Gründung einer Gemeinschaftsschule sichert für Zella-Mehlis nachhaltig eine hohe Bildungsqualität und –vielfalt. Damit würde es in Zukunft auch wieder möglich, eine gymnasiale Oberstufe an der TGS zu etablieren“, hebt Bürgermeister Torsten Widder hervor. „Dieses Vorhaben ist das erste seiner Art im Bereich des Schulamts Südthüringen und durch unsere gemeinsame Arbeit haben wir gezeigt, wie es funktionieren kann, in der Bildungslandschaft neue Wege zu gehen“, betont Michael Kaufmann. Auch Landrätin Peggy Greiser hat für den anstehenden Beschluss im Kreistag ihre Unterstützung signalisiert: „Wir als Schulträger haben diesen Weg unterstützt und den Prozess aktiv begleitet, sodass der ambitionierte Zeitplan gelingen kann“.