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Veröffentlicht am 18.03.2026

1. Ärztestammtisch der Stadt: Anregungen und Austausch

Zum 1. Ärztestammtisch der Stadt Zella-Mehlis kamen Bürgermeister Torsten Widder und Tina Rudolph, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, mit Medizinerinnen und Medizinern der Stadt Zella-Mehlis und aus dem Ortsteil Benshausen ins Gespräch. Dabei standen Herausforderungen im Arbeitsalltag, mangelnder Nachwuchs und die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Mittelpunkt. Die Ärztinnen und Ärzte berichteten, was sie jeden Tag bewegt und welche Erwartungen sie an die Landes- sowie Bundespolitik haben.

Immer wieder wird das Thema Ärztemangel an Bürgermeister Torsten Widder herangetragen – sei es von Medizinern selbst, die händeringend auf der Suche nach Mitarbeitern oder einem Nachfolger sind oder von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, die beispielsweise keinen Hausarzt finden. Bereits im vergangenen Jahr hat, unter der Organisation des Seniorenbeirats der Stadt Zella-Mehlis, dazu ein Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung stattgefunden. Der Ärztestammtisch soll etabliert werden, um ins Gespräch zu Verbesserungsmöglichkeiten zu kommen.

„Ich möchte von Ihnen hören, wo die Problemstellungen sind und wie wir als Kommune helfen können, wie wir die Rahmenbedingungen mitgestalten können“, erklärte Bürgermeister Torsten Widder das Anliegen. Auch wenn die Zahlen aus der Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung eine gute Versorgung bescheinigten, so sehe die Lebensrealität anders aus. „Ich möchte danke sagen für Ihre Arbeit mit den Patienten – das ist mir wichtig“, drückte der Bürgermeister seine Wertschätzung aus.

Im Laufe des Austauschs wurden verschiedene Themen gestreift. So ging es beispielsweise um die gestiegenen Kosten die gleichbleibenden Einnahmen gegenüberstehen. Auch über die Reputation des Arztberufes machen sich die Mediziner Gedanken. Denn in ihrer täglichen Arbeit vermissen sie oft nicht nur die Wertschätzung, sondern bekommen auch die Verzweiflung und Wut der Patienten direkt zu spüren. Dass die Arztpraxen mit ihrer Arbeit am Limit seien, darüber waren sich die Mediziner einig und belegten dies auch durch Patientenzahlen oder begründeten es mit der Schließung von Praxen in den vergangenen Jahren. Viele bestätigten, dass die Stadt und die zuständige Lerchenberg Service- und Immobilienmanagement GmbH, der das Gesundheitszentrum gehört, sehr gut unterstützen.

Nachholbedarf sehen sie an anderer Stelle, beispielsweise wenn es um die Schaffung und Vergabe von Studienplätzen geht beziehungsweise nach dem Studium darum, die jungen Ärzte nach Zella-Mehlis zu holen.  Dass die Universität in Jena mehr darauf setzen müssen, Studenten selbst auszuwählen und bevorzugt Studenten mit Thüringer Wurzeln einen Platz erhalten sollten, darüber waren sich die Ärzte einig.

Tina Rudolph nahm die Anregungen und Kritik der Medizinerinnen und Mediziner im Gespräch auf. Sie hob hervor, was bereits erreicht wurde: „Wir haben auf Landesebene Wege gefunden, die inzwischen anderen Bundesländern als Blaupause dienen“. So gebe es beim Studium in Jena einen ambulant-orientierten Strang im Studium, der angehende Ärzte auch auf Themen für Praxisalltag wie etwa Buchführung vorbereite. Auch mit den Stiftungspraxen – dabei können Absolventen zunächst „auf Probe“ eine Praxis führen und sich erst später dafür entscheiden, ob sie diese übernehmen – habe sich bewährt. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, das funktioniert sehr oft“, erklärt Tina Rudolph und verweist in diesem Zusammenhang auf weitere Themen wie Niederlassungsförderung und unterstützende Gelder beispielsweise für den barrierefreien Ausbau. „Genauso wie jedes Krankenhaus ist auch der niedergelassene Bereich sehr wichtig“, fasste sie zusammen.

Für Bürgermeister Torsten Widder steht nach diesem 1. Ärztestammtisch fest, dass das Thema weiterhin begleitet werden soll. „Gibt es Möglichkeiten für ein kommunales Stipendium oder welchen Möglichkeiten haben wir, Praxisräume zu sanieren, sodass noch jemand einsteigt“, nannte er zwei mögliche Wege. Darüber hinaus soll noch in diesem Jahr ein Studierenden-Stammtisch angeboten werden, damit Absolventen den Kontakt zu ihrer Heimatstadt halten und nach dem Studium vielleicht wieder zurückkehren. „Wir als Kommune werden vor Ort alles tun, was in unserer Macht steht und den Prozess begleiten, um die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu sichern“, so Torsten Widder abschließend.

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